Speziell die regierenden Parteien (in Wien derzeit nur die SPÖ)
und ihre Mitglieder haben verschiedene Möglichkeiten, die Wahl wettbewerbsverzerrend
zu beeinflussen bzw zu manipulieren.
Mittels Briefwahl kann jede(r)
Wahlberechtige unkompliziert bei der Wahlmanipulation mitmachen!
Bei der Wiener
Bezirksvertretungswahl 2010 können sogar in Wien wahlberechtigte
EU-Ausländer bei der Wahlmanipulation mitmachen !!!
Hier die Highlights der Wahlmanipulations-Möglichkeiten:
* überproportional viel Sendezeit im staatlichen Fernsehen
ORF, wo besonders neue Parteien und wahlwerbende Gruppen meist zu kurz
kommen.
* Möglichkeit der Vorwahlstimme verheimlicht: Die Wähler
wurden von den Wahlbehörden nicht bzw. kaum über die Möglichkeit
der Vorwahlstimme ("Unterstützungserklärung")
aufgeklärt. Es gab beispielsweise keine Inseratenkampagne betreffender
der Vorwahlstimme. Das Ende der Frist wurde auf der Website www.wien.gv.at
erst wenige Tage vor Ablauf der Eintragungsfirst veröffentlicht. Mit
dieser Vorwahlstimme konnten neu antretende Gruppierungen auf den Wiener
Stimmzettel gewählt werden. Durch die mangelnde Aufklärung der
Wähler & Wählerinnen schafften die meisten Kleinparteien
die Kandidatur nur in einigen Bezirken.
* Schikanöse Verfahren: Dass die Vorwahlstimme nicht anonym,
sondern per Unterschrift vor einem Magistratsbeamten oder Notar zu leisten
ist, hält viele Wähler davon ab, von ihrem Stimmrecht Gebrauch
zu machen. Die Eintragungsfristen bei den Wiener Wahlen 2010 sind relativ
kurz und wurden selbst auf der Website der Gemeinde Wien erst kurz vor
ihrem Ablauf bekannt gegeben. Eine Briefwahl zur Vorwahl der neuen Parteien
für den Stimmzettel, gibt es nicht. Weitere Kritikpunkte der Kleinparteien
auf => www.wiener-wahl.at/unterstuetzungserklaerung.html
* Hohe Mindesthürden: Die mehrheitlich regierende SPÖ
hat in Wien ein Wahlrecht beschlossen, bei dem Parteien mit weniger als
5% der gültigen Stimmen gar nicht im Gemeinderat vertreten sein werden.
Das entspricht eindeutig nicht dem Verhältniswahlrecht, wo jede Stimme
gleich viel wert sein muss. Diese undemokratische Mindesthürde kann
dazu führen, dass wenn 4 Parteien zB je 4,5% der Stimmen bekommen,
dass 18% der Stimmen bei der Mandatsvergabe einfach unberücksichtigt
bleiben. !!!
* Angeblich gibt es viele Wahlsprengeln in Wien, in denen nur SPÖ-Wahlbeisitzer
sitzen. Diese hoffen, dass die SPö wieder die absolute Mehrheit schafft.
... Wo bleibt da die Kontrolle durch die Opposition?
* Mit sogenannten "Stricherllisten" notieren die Wahlbesitzer
bzw Wahlzeugen, wer schon wählen war. Diese werden dann an die Parteisekretaritate
(hauptsächlich der SPÖ) weitergeleitet. Dort vergleicht man dann
die "Stricherliste" mit der Parteimitgliederliste. Parteimitglieder, die
noch nicht wählen waren, werden dann kontaktiert und auf die Möglichkeit
der Stimmabgabe freundlich aufmerksam gemacht. Früher hat es auch
Abholdienste gegeben. Ob das diesmal wieder so sein wird, wird sich zeigen.
* Minderjährige Kinder: Diesmal können auch minderjährige
Kinder in Wien mitwählen, soferne diese zumindest 16 Jahre alt sind.
Viele der minderjährigen, wahlberechtigten Kinder gehen noch zur Schule
oder sind in einer Lehrausbildung. Wenn man weiß, wie unsere Schulen
politisch besetzt sind, kann man sich vorstellen, wie ein "sachlicher Geschichteunterricht"
oder das Fach "Politische Bildung" ablaufen wird. Bedenklich ist, dass
minderjährige Kinder Wählen dürfen, obwohl sie weder unbeschränkt
vertragsfähig sind und auch kein Auto lenken dürfen. Dazu fehlt
den meisten wahlberechtigten Kindern Wissen, Lebenserfahrung und Verantwortungsbewußtsein.
* Die Briefwahl: die ultimative Möglichkeit zur Wahlmanipulation
Mittels Briefwahl kann man bei der Wiener Gemeinderatswahl 2010 und
Bezirksvertretungswahl 2010 auch nach Wahlschluß wählen. D.h.
man kann das vorläufige Wahlergebnis am 10.10.2010 abwarten und sich
erst in der Woche danach für eine bestimmte Partei entscheiden. Das
hat den Vorteil, dass man mit einer einzigen Stimme eventuell noch das
Ergebnis bezüglich absoluter Mehrheit der SPÖ, Mehrheiten bei
bestimmten Koalitionen (geht sich rot-grün aus?) oder wenn es um das
Überspringen der 5% Hürde geht (welche der vielen Miniparteien
soll ich wählen? und wo wäre meine Stimme verloren?) verändern
kann.
Genau das ist bei der letzten Burgenlandwahl passiert, wo die Liste
Burgenland "zufällig" auf die Stimme genau den Einzug in den Landtag
schaffte. Es wurde dort auch bereits ein Fall von Wahlbetrug nachgewiesen.
Weitere Missbrauchsmöglichkeiten mittels Briefwahl (verboten,
aber kaum zu kontrollieren) :
* Stimmenkauf: Man kauft einem Wähler oder Wählerin
seine/ihre Briefwahlkarte ab
und macht dann selbst ein x, je nach belieben.
* Elternwahl: Eltern können leicht Druck auf ihre Kinder
ausüben, solange die Kinder noch im gemeinsamen Haushalt wohnen, zB
indem Vater oder Mutter (bei Scheidungskindern meist nur die obsorgeberechtigte
Mutter) dem Kind "beim Ankreuzen helfen".
* Pflegebedürftige Menschen: Nicht auszuschließen
ist, dass Pflegerinnern von pflegebedürftigen Menschen diesen bei
der Stimmabgabe "helfen", indem sie beispielsweise die Stimmabgabe der
Einfachheit halber gleich selbst durchführen. Die pflegebedürftige
Person ist einerseits in einem Abhängigkeitsverhältnis von der
Pflegerin oder vom Pfleger und wird nicht aufbegehren. Meist haben pflegebedürftige
Menschen ohnedies andere Probleme. Wo kein Kläger, da kein Richter.
Das Wählen nach Wahlschluß per Briefwahl ist eigentlich
gesetzlich verboten, allerdings kann niemand kontrollieren, ob nun
die Stimme vor dem 10.10.2010 um 17 Uhr oder erst danach abgegeben wurde.
So ein Pech aber auch.
Die SPÖ, die dieses Gesetz erst im Juni 2010 im Wiener Gemeinderat
beschlossen hat, wird sich wohl etwas dabei gedacht haben...
PS: Künftige Diktatoren & Tyrannen haben eine große
Freude mit so einem Wahlrecht. Aber auch die SPÖ - die ja ihre absolute
Macht in Wien weiterbehalten will - hat ihre Freude daran. Das hat aber
offensichtlich nichts mit einem geheimen und fairen Wahlrecht zu tun.
Der Clou:
Einsprüche zur Wahl können nur in äußerst knappen
Fristen eingebracht werden (2 Wochen). D.h. Wahlmanipulationen, die erst
nachher bekannt werden, verändern das Ergebnis nicht mehr :-)))
Abschließende Bemerkung: Dieses leicht zu manipulierende
und daher undemokratische Briefwahlrecht hat übrigens auch schon bei
der letzten Nationalratswahl, der Bundespräsidentenwahl, der Burgenlandwahl
und der Steiermarkwahl gegolten. Auf Bundesebene haben SPÖ und ÖVP
"gemeinsame Sache" beim Wahlrecht gemacht.
Mehr Infos => Wahlbetrug
Wien-Wahl 2010
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Stellungnahmen:
* 29.9.2010: FPÖ-Kowarik: Heuchlerische SPÖ-Stellungnahmen
zu Briefwahl
SPÖ
Wien hat im Alleingang die Aushöhlung der Prinzipien des Wahlrechtes
durchgepeitscht
Als heuchlerisch bezeichnet heute FPÖ-Landtagsabgeordneter Mag.
Dietbert Kowarik die Stellungnahmen von SPÖ-Politikern zur demokratiepolitisch
bedenklichen Ausformung des Briefwahlrechtes.
"Noch im Frühjahr dieses Jahres hat die SPÖ in Wien gegen alle
Bedenken der Opposition und auch von namhaften Verfassungsrechtlern rechtzeitig
vor der Wien-Wahl die Gemeinderatswahlordnung geändert. Dabei wurden
tiefgreifende Einschnitte in die Prinzipien des gleichen, geheimen, persönlichen
und freien Wahlrechtes bewusst in Kauf genommen.", so Kowarik
Bedenklich seien insbesondere die Bestimmungen, wonach
eine Wahlkarte erst am 8. Tag nach Schließung der Wahllokale bei
der Wahlbehörde eintreffen und nunmehr nicht einmal mehr ein Poststempel
ersichtlich sein müsse. Auch die Ermöglichung eines sogenannten
Wahlkartenabonnements berge etliche Manipulationsgefahren in sich
und wäre abzulehnen, so Kowarik.
Und jetzt meldet sich Bundeskanzler Faymann zu Wort und
meint, dass man "sowohl auf Expertenebene als auch auf der politischen
Ebene" über die Briefwahl reden werde. SP- Klubobmann Cap und SP-Verfassungssprecher
Wittmann sprechen von Reformbedarf - eine Farce zu Lasten der Grundprinzipien
unseres Wahlrechtes", so Kowarik abschließend.
Rückfragehinweis: FPÖ-Wien, Pressestelle
OTS0030 2010-09-29/09:10
* 24.9.2010 Wiener Zeitung: Leitartikel von Reinhard Göweil:
"Staaten im Staat"
Ausgabe vom 25. September 2010
Ehemalige Verfassungsgerichtshof-Präsidenten machen sich
Sorgen um die mögliche nachträgliche Beeinflussungen von Wahlen
wegen der brieflich abgegebenen Stimmen. Nun, ob die Stimmabgabe von Zweit-
und Plötzlichwohnsitzern in Niederösterreich die reine demokratische
Lehre darstellte, darf bezweifelt werden. Da fehlte der Aufschrei allerdings.
Die
Verfassungsrichter sehen einen möglicherweise morschen Baum, aber
nicht den Zustand des Waldes. ...
Rückfragehinweis: Wiener Zeitung, Sekretariat
Tel.: +43 1 206 99-474
OTS0308 2010-09-24/17:48