Wer steht am Wiener Wahlzettel?
Die Parteien, die nicht per Gesetz am Stimmzettel stehen (SPÖ,
ÖVP, FPÖ, Grüne, BZÖ), benötigen Unterstützungserklärungen.
Jeder Wahlberechtigte kann eine Stimme = Unterstützungserklärung
für den Wiener Gemeinderat abgeben, als auch eine Stimme im jeweiligen
Bezirk. Wahlberechtigt sind Wiener & Wienerinnen und bei den Bezirkswahlen
auch Restösterreich und EU-Ausländer. Da jeder Wahlberechtigte
zwischen vielen kandidierenden Gruppen und Parteien wählen kann, kann
man diesen Vorgang auch als "Vorwahlen" zur Wien-Wahl bezeichnen.
Diese "Vorwahlen" entscheidet darüber, wer eben am Wiener Stimmzettel
steht und eine Chance bekommt in den Gemeinderat oder in die jeweilige
Bezirksvertretung einzuziehen.
Das Wiener Vorwahlsystem:
Wen kann man auf den Stimmzettel hinauf wählen bzw. unterstützen?
* "Plattform Direkte Demokratie"
* "Piratenpartei"
* "MUT-Partei"
* "CPÖ"
* "KPÖ"
* "Liberales Forum"
* "Echt Grün"
* "Freies Bündnis Zukunft"
* "Aktive Arbeitslose"
* "Liste Wien"
und andere Wahlwerber
PS: Liebe Nichtwähler! Nicht jammern darüber, dass es keine
Alternativen zu den Systemparteien gibt. Hier haben Sie die Möglichkeit
politische Alternativen der Volksvertretung zu ermöglichen. Bei der
Wahl selbst können Sie dann auch eine andere Partei wählen.
Frist bis 2. September 2010 (wenn geht möglichst bald unterschreiben. Das erleichtert den Verwaltungsaufwand.)
Wo? Auf jedem Magistratischen Bezirksamt in Wien (kostenlos)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags), 8 bis 18 Uhr &
Samsatg 28. August, 8 bis 13 Uhr
1. Bezirk, Wipplingerstraße 6-8,
Telefon: (01) 4000-01051
2. Bezirk, Karmelitergasse 9, Telefon:
(01) 4000-02051
3. Bezirk, Karl-Borromäus-Platz 3,
Telefon: (01) 4000-03051
4. Bezirk, Favoritenstraße 18,
Telefon: (01) 4000-04051
5. Bezirk, Rechte Wienzeile 105,
Telefon: (01) 4000-05051
6. Bezirk, Amerlingstraße 11,
Telefon: (01) 4000-06051
7. Bezirk, Hermanngasse 24-26,
Telefon: (01) 4000-07051
8. Bezirk, Schlesingerplatz 4,
Telefon: (01) 4000-08051
9. Bezirk, Wilhelm-Exner-Gasse 5,
Telefon: (01) 4000-09053
10. Bezirk, Laxenburger Straße 43-45,
Telefon: (01) 4000-10051
11. Bezirk, Enkplatz 2, Telefon:
(01) 4000-11051
12. Bezirk, Schönbrunner Straße 259,
Telefon: (01) 4000-12051
13. Bezirk, Dommayergasse 12, Telefon:
(01) 4000-13051
14. Bezirk, Hietzinger Kai 1-3,
Telefon: (01) 4000-14051
15. Bezirk, Gasgasse 8-10, Telefon:
(01) 4000-15007
16. Bezirk, Richard-Wagner-Platz,
Telefon: (01) 4000-16051
17. Bezirk, Elterleinplatz 14,
Telefon: (01) 4000-17051
18. Bezirk, Martinstraße 100,
Telefon: (01) 4000-18051
19. Bezirk, Gatterburggasse 14,
Telefon: (01) 4000-19051
20. Bezirk, Brigittaplatz 10, Telefon:
(01) 4000-20051
21. Bezirk, Am Spitz 1, Telefon:
(01) 4000-21051
22. Bezirk, Schrödingerplatz 1,
Telefon: (01) 4000-22053
23. Bezirk, Perchtoldsdorfer Straße 2,
Telefon: (01) 4000-23051
PS: Sie können bei der Wahl dann auch eine ganz andere Partei wählen, als bei den Vorwahlen. Bei der Wahl selbst zählt die gültige Stimme am amtlichen Stimmzettel (nicht die Unterstützungserklärung bei den "Vorwahlen"!)
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| Video:
Kleinparteien kritisieren das Wiener Wahlsystem bezüglich Kandidatur: Die "Plattform Direkte Demokratie", "Liberales Forum", "Junge Liberale" und die "Liste Wien". Pressekonferenz am 20. August 2010 in Wien Video 119 MB;
Video- Start/Stop durch
|
Das Wichtigste in Kürze
Plattform Direkte Demokratie:
* Es scheint so, dass es Anweisungen gibt, dass es Anweisungen gibt
das Leben der Kleinparteien zu erschweren und die vor allem dazu geeignet
sind, den Unterstützern das Leben schwer zu machen.
* Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Sammeln von Unterstützungserklärungen
zu organisieren. Die Art und Weise, wie das in Wien gemacht wird versucht
– so hat man den Verdacht – die negativen Aspekte von unterschiedlichen
Methoden zu kombinieren.
* Die Gemeindewahlordnung wurde kurz vor der Wahl geändert
* Die Frist für die Unterstützungserklärungen wurde
so gesetzt, dass die neuen Parteien ausschließlich in den Sommerferien
Sammeln müssen. (zB sind Familien, die auf Urlaub sind, nicht erreichbar
und die Studenten sind auch noch nicht in Wien)
* Die Veränderung der Fristen wurde als Anpassung an die Nationalratswahlordnung
„verkauft“. Das ist in sich widersprüchlich, denn wenn man an die
Nationalratswahlordnung hätte anpassen wollen, hätte man auch
die Anzahl der Unterstützungsunterschriften anpassen müssen und
die nicht einsehbare (offensichtlich gemeint „nicht einsichtige“) Einteilung
in Wahlkreise.
* Es wird der Hürdenlauf für einen Unterstützer geschildert.
Das kann man nur als Schikane bezeichnen.
* Informationen waren widersprüchlich und zum Teil falsch, zB
ob die Magistrate zentral Sammeln oder ob man an die an die Wahlwerber
zurückschicken muss.
* Für die SPÖ gilt die Unschuldsvermutung.
* Ein Kandidat der SPÖ kann in einem anderen Bezirk kandidieren
als er gemeldet ist. Wieso kann dann der Wähler nicht in einem anderen
Bezirk eine Partei unterstützen, sondern nur in seinem eigenen Bezirk?
Das Ganze ist in sich widersprüchlich.
* Aus internationalen Vergleichen kann man sehr wohl sehen, dass es
besser geht. Ein System ist, dass die Unterschriften von Unterstützern
dauerhaft hinterlegt werden können.
* Die Mitarbeiter der Magistrate sollten die Leuten mehr helfen (Anm.
Manuduktionspflicht)
* Bei einer Gemeinderatswahl sollte es möglich sein Kleinparteien
zu wählen, da die einen direkten Kontakt zu den Bürgern haben.
* Wir versuchen alles, um wienweit antreten zu können. Im Moment
brauchen wir jede Hilfe, die wir bekommen können.
Junge Liberale
* Die Jungen Liberalen sehen das Thema sehr ähnlich, wie andere
Kleinparteien auch.
* Die Menge der zu sammelnden Unterstützungserklärungen ist
ein riesiges Problem für die Kleinparteien. Mitarbeiter der MA 62
haben uns auch schon wissen lassen, dass sie das auch für Utopie halten
und für Kleinparteien, die nicht die finanzielle Mittel haben und
vielleicht auf andere Art und Wiese diese Unterstützungserklärungen
zu beschaffen, fast unmöglich ist diese Zahl überhaupt zusammen
zu bekommen.
* Problem ist auch der fehlende Datenschutz beim Ausfüllen der
Unterstützungserklärung. Man muss vor einem Mitarbeiter des Bezirksamtes
unterschreiben, der einem auch fragt, für welche Partei man unterschreiben
möchte. Da fehlt komplett der Datenschutz. Das Prinzip der freien
und geheimen Wahl fällt da völlig unter dem Tisch. Das gehört
geändert.
* Wir sind die Meinung, dass die Stadt Wien den Bürgerinnen und
Bürgern viel mehr Information zukommen lassen muss, via Homapage und
beispielsweise Plakate.
* Medien sollen prominenter und umfangreicher über das Thema „Unterstützungserklärung“
berichten, da es ein wichtiges demokratisches Instrument ist.
* Wir waren sehr fleißig in den letzten Wochen, trotz Sommerloch.
Wir sind täglich auf der Straße gestanden.
Liberales Forum:
* es ist irrsinnig, wie mühsam das System der Unterstützungserklärungen
ist
* notwendige Anzahl für Unterstützungserklärungen zum
Antritt bei der Wahl ist viel zu hoch. Es ist nicht einzusehen, warum man
für einen kleinen Bezirk die gleiche Anzahl an Unterstützungserklärungen
braucht, wie für einen großen Bezirk. Das ist eine absurde Forderung.
* Die Bewerbung der Möglichkeit zur Abgabe einer Unterstützungserklärung
ist nicht vorhanden und das ist ein massives Demokratiedefizit. (Die amtliche
Website) wien.at hat die Volksbefragung extrem beworben, nicht so wie man
Kleinstparteien unterstützen kann, damit sie bei der Wahl teilnehmen
können.
* Kritisieren die gelben Zetteln, die man nicht zu Hause ausdrucken
kann.
* Zur Situation in Deutschland: In den 90-ziger Jahren konnte man bei
uns auch noch die Unterstützungserklärungen auf der Straße
sammeln.
* Dame im Bezirksamt Wipplingerstraße: „So kompliziert war es
noch nie“. D.h. die Leute (Anm: am Amt) sind auch überfordert.
* Bei der Nationalratswahl braucht man für den Wahlkreis Wien
nur 500 Unterstützungserklärungen, bei der Wien-wahl 2950. Das
steht in überhaupt keinem Verhältnis.
* Ich habe gerade von meinen Wahlkampfleiter erfahren, dass wir die
ersten Bezirke haben. Es sind noch 2 Wochen vor uns. Wir werden es schaffen,
aber es wird knapp.
KPÖ:
* Das Wahlrecht in Wien ist eines der undemokratischsten in ganz Österreich
und sehr schikanös. Die Verantwortung liegt bei den Politikern und
Politikerinnen, die diese Wahlordnung beschlossen haben (Anmerkung: also
SPÖ Wien) und nicht bei den Magistratsbeamten, die die Gesetze ausführen.
* Skandalös ist, wir brauchen 3000 Unterschriften in einem schwierigen
Procedere. Für die Rathausparteien reichen die Unterschriften von
5 Nationalratsabgeordneten.
* Warum ist nicht ganz Wien ein Wahlkreis?
* Bezweifeln, ob die freie und geheime Wahl durch das Unterstützungs-Procedere
noch gegeben ist.
* Die Stelle wo man unterschreiben kann, ist im 13 Bezirk im Dachgeschoß.
* Bei Wahlen gibt es fliegende Wahlkommissionen. Bei den Unterstützungserklärungen
ist das nicht der Fall. Das benachteiligt Menschen, die gehbehindert sind.
(Anmerkung: und auch bettlägerige Menschen). Hier wird mit ungleichen
Maß gemessen. Das ist nicht akzeptabel.
* Ich war vor Beginn der Unterschriften-Sisyphusarbeit optimistisch
und ich bin es nach wie vor. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass wir
die flächendeckende Kandidatur in ganz Wien schaffen.
Liste Wien:
* zum Teil erscheinen die Bestimmungen verfassungswidrig.
* Wenn wir erst nach der Wahl anfechten und wir kommen damit durch,
gilt das auf jeden Fall erst für die nächste Wahl. Wenn wir aber
vor der Wahl anfechten und wir erringen irgendeinen Erfolg, dann könnte
sich das bereits auf die kommende Wahl auswirken.
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Wiener Vor-"Wählen" im 13-ten und 14-ten:
Bei den Wiener Vorwahlen kann man auf jedem Magistratischen Bezirksamt seine Unterstützungserklärung (=Vorwahlstimme) abgeben. Es kann nur eine Partei unterstützt (gewählt) werden. Der Verwaltungsbeamte des Magistrats ist verpflichtet, dem Bürger bei der Stimmabgabe zuzuschauen und zu bestätigen, wen er unterstützt (= gewählt) hat. Das hat sich übrigens die SPÖ so ausgedacht und mit absoluter Mehrheit im Rathaus beschlossen.
Der Weg zum "Wahllokal" am Magistratischen Bezirksamt für
den 13 Bezirk (Hietzing) und 14 Bezirk (Penzing) geht so:
Das Amtshaus hat 2 Eingänge. Die Adressen dieser Eingänge
sind Folgende:
1) Dommayergasse 12 und 2) Hietzinger
Kai 1
Der kürzeste Weg von der nächstgelegenen U-Bahn – Station
U4-Station Hietzing.
Von dieser U-Bahn – Station kommend führt der kürzeste Weg
über den Eingang Hietzinger Kai 1 ins Amtshaus.
Der "Spießrutenlauf" beginnt:
1) Nach dem Eingang ins Amtshaus schräg rechts halten
2) Gehen Sie 5 Stufen hinauf
3) Gehen Sie 75 Schritte geradeaus (Das ist der Gang, der am
links liegenden Innenhof vorbeiführt.)
4) Gehen Sie 3 Stufen hinunter
5) durch die Glastüre durch
6) nach 11 Schritten links abbiegen
7) Gehen Sie 4 Stufen hinunter
8) nach 11 Schritten rechts abbiegen
9) durch die Glastüre durch
10) Gehen Sie 16 Schritten geradeaus
11) durch die Glastüre durch
12) links zum Lift (Das sind die braunen Türen ohne Glas)
13) Lift rufen mittels der Taste für die Fahrt nach oben
14) Im Lift ist für das Fahren in den 5. Stock die Taste "D" zu
drücken. "D" steht für 5. Stock !!!)
15) Oben angelangt, nach Ausstieg aus dem Lift links abbiegen
16) Nach 6 Schritten links durch die Glastüre durch
17) Gehen Sie 11 Schritte gerade aus, dann links abbiegen
18) nach 18 Schritten erreichen Sie eine Weggabelung: Es 2 Möglichkeiten,
die beide für alle Wienerinnen & Wiener zum Ziel führen !!!
=> rechte Weggabel:
zum Zimmer 510 (zuständig primär für Bewohner
des 14. Bezirkes, aber auch Bewohner der anderen Bezirke können hier
ihre Vorwahlstimme abgeben z. B. auch Bewohner des 13. Bezirkes)
=>) linke Weggabel:
weitere 5 Schritte gerade aus und dann links
zum Zimmer 505 (zuständig primär für Bewohner
des 13. Bezirkes, aber auch Bewohner der anderen Bezirke können hier
ihre Vorwahlstimme abgeben z. B. auch Bewohner des 14. Bezirkes)
19) Gratulation :-) Sie haben ihr Ziel erreicht.
Nun beginnt die Prozedur zur Leistung ihrer Unterstützungserklärung.
Bitte weiterlesen am Beginn dieser Seite.
Anmerkung: Das ganze erinnert nicht nur optisch an den Roman "Das Schloß" von Franz Kafka.
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Weitere Stellungnahmen
3.9.2010 Die KPÖ werde auch weiterhin das undemokratische Wahlrecht
kritisieren
Zur
Tatsache, dass das LIF, die Piratenpartei und viele andere neue Gruppierungen
eine flächendeckende Kandidatur nicht geschafft haben, sagt Zach:
"Ich bin nicht sehr verwundert, denn die Hürden in Wien sind sehr,
sehr hoch. Es lag sicherlich nicht am Engagement dieser Gruppen, es liegt
am Wahlrecht, durch welches jede Opposition im Keim erstickt werden soll."
Die KPÖ werde auch weiterhin das undemokratische Wahlrecht kritisieren
- "in vielen Fragen des Wahlrechts sind wir uns mit vielen der Gruppierungen,
die es nicht oder nur teilweise geschafft haben, ja einig. Ich hoffe, dass
wir nach der Wahl ein gemeinsames Vorgehen gegen dieses undemokratische
Wahlrecht vereinbaren können", so Zach.